Erfahrung schon seit 1987
Für
Mitglieder
gesetzlicher Krankenkassen
bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V
Rehabilitationsbehandlungen
an und für
Patienten mit privater
Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt.
Die Klinik ist auch beihilfefähig.
SPERMATIKUSNEURALGIE
21
Bauchschmerz
21.1
Unterleibschmerz
21.1.1.
Genitalschmerz
21.1.1.1
Hodenschmerz
21.1.1.2
Vulvodynie (Scheidenschmerz)
21.1.1.3 Spermatikusneuralgie (Neuralgie des Spermatikus)
Der Begriff "Spermatikusneuralgie"
bzw. "Neuralgie des Spermatikus" ist eigentlich
unzulässig, denn eine
Neuralgie ist gekennzeichnet durch
attackenweise
auftretende
Schmerzen im Ausbreitungsgebiet eines sensiblen (=
Wahrnehmung / Empfindung betreffend) oder gemischten (=
Wahrnehmung / Empfindung sowie Muskelaktivität betreffend)
Nervs.
Das Wort Spermati kus ist eine Abkürzung, gemeint ist damit der Funiculus spermat
icus, zu deutsch der
Samenst
rang und
dieses Gebilde ist kein Nerv, sondern besteht aus aus dem Samenleiter, den
Begleitgefäßen (Vasa spermat ica) und
Lymphgefäßen sowie - bis in den
Leisten
kanal - aus Fortsetzungen der
Hoden
hüllen
(n. Roche). Der Samens
trang ist cm 20 cm lang und zieht vom oberen
Hoden
pol bis zum inneren
Leiste nring.
Die sog. Spermatikusneuralgie bzw. Neuralgie des Spermatikus ist gekennzeichnet durch kolikartige (= krampfhafte Kontraktion der Muskulatur eines Bauch organs mit wehenartigen Schmerzen), zum Damm ausstrahlende Samens trang- und Hodenschmerzen.
Die schmerzhafte Region ist dem Nervus genitofemoralis zugeordnet, nicht selten wird die Spermatikusneuralgie bzw. Neuralgie des Spermatikus durch eine Schädigung dieses Nervs ausgelöst.
Medikamentöse Schmerzbehandlung:
Häufiger ist bei der Neuralgie des Spermatikus ein Versuch mit sog. Antiepileptika (= eigentlich Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei manchen Schmerzen hilfreich) lohnend. Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin.
Ansonsten ist im Rahmen der speziellen Schmerztherapie die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von wiederholten Nervenblockaden des Nervus genitofemoralis im Leistenkanal hilfreich.
In hartnäckigen Fällen kommt bei der Spermatikusneuralgie die kontinuierliche Blockade des Plexus lumbalis mittels Nervus femoralis-Katheter* zur Anwendung.
* Bei der sog. kontinuierlichen Nervenblockade mit Katheter wird vorübergehend (ca. 10-14 Tage lang) ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus, wie oben schon ausgeführt, eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist. Eine verbesserte Durchblutung wirkt auch einem gestörten Nervenzellstoffwechsel (z.B. bei einer Neuralgie) nachhaltig entgegen. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerz gedächtnis zu löschen, auch bei einer Spermatikusneuralgie.
Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)). Der Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten.
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